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Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 15:40
von grassbeisser
Fakt ist, dass es mir lieber wäre die Bälle würden mehr Spin und Schnitt ermöglichen als weniger.
Wenn es dann so kommen sollte, dass mein TS nicht mehr über den Tisch geblockt wird,
fang ich auch das trögersche KN-Dreschen an. Das ist auch viel gelenkeschonender!

Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 16:08
von Defensiv-Anti
grassbeisser hat geschrieben:Fakt ist, dass es mir lieber wäre die Bälle würden mehr Spin und Schnitt ermöglichen als weniger.
Geht mir auch so.
Vielleicht kommt ja noch ein Physiker und rechnet uns aus, dass es überraschend doch so kommt und die Tester sich irren

Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 16:13
von Variatio
Na - die Physiker behaupten ja nicht, dass der neue Ball weniger Schnitt erlaubt/generiert! Sie widersprechen nur, dass die Oberflaechengriffigkeit von Belag/Ball hierbei eine entscheidende Rolle spielt!
ENTSCHEIDEND ist eben die Dynamik/Elastizitaet des Belages und die Aerodynamik des Balles.
Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 16:18
von Defensiv-Anti
Variatio hat geschrieben:Na - die Physiker behaupten ja nicht, dass der neue Ball weniger Schnitt erlaubt/generiert! Sie widersprechen nur, dass die Oberflaechengriffigkeit von Belag/Ball hierbei eine entscheidende Rolle spielt!

Die herkömmlichen Bälle werden übrigens im letzten Produktionsschritt angerauht, damit sie mehr Spin erzeugen. Habe da mal eine Doku gesehen, wie die Bälle stundenlang in Waschtrommeln mit irgendwelchen Schmirgelstoffen gerührt wurden. Sinnlos?
Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 16:25
von Variatio
Nee, nicht sinnlos - vermutlich auch nicht in Bezug auf Spin. Der Unterschied zwischen einem polierten Zelluloid-Ball und einem angerauhten Zelluloid-Ball ist ja dann auch ein wenig groesser, als zwischen letzterem und einem angerauhten Plastikball.
Wobei das Waschtrommel-Schmirgeln auch nicht in erster Linie des Spins wegen gemacht wird, sondern um Produktions-Varianzen auszugleichen und die Naht-Rueckstaende zu beseitigen und damit vor allem fuer eine gleichmaessige Oberflaeche zu sorgen.
Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 16:45
von Defensiv-Anti
Variatio hat geschrieben:Wobei das Waschtrommel-Schmirgeln auch nicht in erster Linie des Spins wegen gemacht wird, sondern um Produktions-Varianzen auszugleichen und die Naht-Rueckstaende zu beseitigen und damit vor allem fuer eine gleichmaessige Oberflaeche zu sorgen.
Puh, das habe ich so nicht gedacht. Der damalige Bereichsleiter einer Tischtennisballfabrik in der DDR beschreibt den Vorgang so:
"Der letzte Arbeitsgang war das Aufrauhen der Oberfläche. Versetzt man dem Ball beim Spielen den Schlag nicht genau von hinten, sondern ein wenig schräg, wird er in Drehung versetzt; ein solcher Ball springt beim Aufprall nicht genau geradeaus, und der Gegenspieler muss springen, um ihn zu kriegen. Solch ein schräger Schlag gelingt umso besser, je rauher der Ball ist. Aber rauh heißt auch nichts anderes als "Oberfläche voller Mikrorisse". Übertreibt man das Aufrauhen, brechen die Bälle nach kurzer Zeit durch."
-->
http://www.krumhermersdorf.de/geschichte/k-g4341.htm
Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 16:47
von Fuddler
Variatio hat geschrieben:Nee, nicht sinnlos - vermutlich auch nicht in Bezug auf Spin. Der Unterschied zwischen einem polierten Zelluloid-Ball und einem angerauhten Zelluloid-Ball ist ja dann auch ein wenig groesser, als zwischen letzterem und einem angerauhten Plastikball.
Wobei das Waschtrommel-Schmirgeln auch nicht in erster Linie des Spins wegen gemacht wird, sondern um Produktions-Varianzen auszugleichen und die Naht-Rueckstaende zu beseitigen und damit vor allem fuer eine gleichmaessige Oberflaeche zu sorgen.
Nicht zuletzt auch um das angestrebte Gewicht zu erreichen!
Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 16:52
von Defensiv-Anti
Fuddler hat geschrieben:Variatio hat geschrieben:Nee, nicht sinnlos - vermutlich auch nicht in Bezug auf Spin. Der Unterschied zwischen einem polierten Zelluloid-Ball und einem angerauhten Zelluloid-Ball ist ja dann auch ein wenig groesser, als zwischen letzterem und einem angerauhten Plastikball.
Wobei das Waschtrommel-Schmirgeln auch nicht in erster Linie des Spins wegen gemacht wird, sondern um Produktions-Varianzen auszugleichen und die Naht-Rueckstaende zu beseitigen und damit vor allem fuer eine gleichmaessige Oberflaeche zu sorgen.
Nicht zuletzt auch um das angestrebte Gewicht zu erreichen!
Habt ihr Quellen? Habe so das Gefühl, alles muss zwanghaft in die Theorie des Physikers aus der Tischtennis-Zeitung 10/2010 passen^^
Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 16:54
von Variatio
Defensiv-Anti hat geschrieben:Puh, das habe ich so nicht gedacht. Der damalige Bereichsleiter einer Tischtennisballfabrik in der DDR beschreibt den Vorgang so:
*g*
So, wie er das beschreibt, ist er aber definitiv Vollzeit-Bereichsleiter ohne jeden technischen Hintergrund!

Klingt so ein bisschen wie die uralte Laien-Frischklebe-Erklaerung: Der Belag 'schwimme' auf dem Holz.
Klar hat das Aufrauen einen minimalen Einfluss auf die Griffigkeit - aber das ist definitiv nicht der Hauptzweck!
Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 16:57
von Variatio
Siehe auch hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tischtenni ... erstellung
Hui - das ist interessant!
http://www.dhl.de/de/paket/information/ ... halte.html
" Zu diesen Gefahrgütern zählen zum Beispiel Haarsprays, Parfüms, Streichhölzer, Tischtennisbälle, Erfrischungstücher."
Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 17:03
von Defensiv-Anti
Danke für den Link. Da steht:
"In den 1980er-Jahren scheiterte ein Versuch, die Bälle aus einem anderen Kunststoff herzustellen. Die unter dem Namen der Tischtennislegende Victor Barna vertriebenen Tischtennisbälle zeichneten sich durch eine extrem lange Haltbarkeit aus, zudem war der zur Herstellung verwendete Kunststoff unter Spielbedingungen nahezu unzerstörbar. Jedoch wurde die Oberfläche bereits nach kurzer Spieldauer so glatt, dass an die Schlagtechniken „Top-Spin“ oder „Unterschnitt“ nicht mehr zu denken war. Dieses Problem konnte nicht gelöst werden und der neuartige Kunststoffball verschwand wieder vom Markt."
Das bestätigt eigentlich nur die Annahme, dass die Oberflächenbeschaffenheit des Balles eine
sehr entscheidende Rolle spielt bei Spin!
Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 17:05
von Coxeroni
Defensiv-Anti hat geschrieben:
Danke für den Link. Da steht:
"In den 1980er-Jahren scheiterte ein Versuch, die Bälle aus einem anderen Kunststoff herzustellen. Die unter dem Namen der Tischtennislegende Victor Barna vertriebenen Tischtennisbälle zeichneten sich durch eine extrem lange Haltbarkeit aus, zudem war der zur Herstellung verwendete Kunststoff unter Spielbedingungen nahezu unzerstörbar. Jedoch wurde die Oberfläche bereits nach kurzer Spieldauer so glatt, dass an die Schlagtechniken „Top-Spin“ oder „Unterschnitt“ nicht mehr zu denken war. Dieses Problem konnte nicht gelöst werden und der neuartige Kunststoffball verschwand wieder vom Markt."
Das bestätigt eigentlich nur die Annahme, dass die Oberflächenbeschaffenheit des Balles eine
sehr entscheidende Rolle spielt bei Spin!
Hihi, Eigentor Variatio. Dein eigener Link gegen dich verwendet

Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 17:07
von Variatio
Defensiv-Anti hat geschrieben:Das bestätigt eigentlich nur die Annahme, dass die Oberflächenbeschaffenheit des Balles eine sehr entscheidende Rolle spielt bei Spin!
Wie oben schon mehrfach gesagt - klar hat ein
polierter Ball Auswirkungen auf das Spinverhalten. Das ist dann der
Anti unter den Baellen.
Aber zwischen einem normal-rauen Plastikball und einem normal-rauen Zelluloid-Ball sollte der Unterschied nicht so gross sein. Wenn bei den neuen Baellen sichergestellt ist, dass diese nicht in kurzer Zeit spiegelglatt werden, halte ich das fuer i.O.
@Coxi: Noe!

Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 17:20
von Fuddler
Defensiv-Anti hat geschrieben:Fuddler hat geschrieben:Variatio hat geschrieben:Nee, nicht sinnlos - vermutlich auch nicht in Bezug auf Spin. Der Unterschied zwischen einem polierten Zelluloid-Ball und einem angerauhten Zelluloid-Ball ist ja dann auch ein wenig groesser, als zwischen letzterem und einem angerauhten Plastikball.
Wobei das Waschtrommel-Schmirgeln auch nicht in erster Linie des Spins wegen gemacht wird, sondern um Produktions-Varianzen auszugleichen und die Naht-Rueckstaende zu beseitigen und damit vor allem fuer eine gleichmaessige Oberflaeche zu sorgen.
Nicht zuletzt auch um das angestrebte Gewicht zu erreichen!
Habt ihr Quellen? Habe so das Gefühl, alles muss zwanghaft in die Theorie des Physikers aus der Tischtennis-Zeitung 10/2010 passen^^
Das ist doch mehr als logisch: Wenn der Ball derart behandelt wird und dabei merklich Material abgeschliffen wird, muss er vorher schwerer sein, wenn er danach die 2.7 g hat

Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 17:27
von Fuddler
Defensiv-Anti hat geschrieben:
Danke für den Link. Da steht:
"In den 1980er-Jahren scheiterte ein Versuch, die Bälle aus einem anderen Kunststoff herzustellen. Die unter dem Namen der Tischtennislegende Victor Barna vertriebenen Tischtennisbälle zeichneten sich durch eine extrem lange Haltbarkeit aus, zudem war der zur Herstellung verwendete Kunststoff unter Spielbedingungen nahezu unzerstörbar. Jedoch wurde die Oberfläche bereits nach kurzer Spieldauer so glatt, dass an die Schlagtechniken „Top-Spin“ oder „Unterschnitt“ nicht mehr zu denken war. Dieses Problem konnte nicht gelöst werden und der neuartige Kunststoffball verschwand wieder vom Markt."
Das bestätigt eigentlich nur die Annahme, dass die Oberflächenbeschaffenheit des Balles eine sehr entscheidende Rolle spielt bei Spin!
Dies bestätigt nur dass die damaligen Bälle nach kurzer Zeit die benötigte Haftreibung nicht mehr aufwiesen (Wenn das Zitat stimmt). Ein geölter Ball ist ja auch kaum noch "anzuschneiden". Das hat hier noch niemand bestritten.
Was heisst das nun für die neuen Plastikbälle? Nix, genau.
Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 17:30
von Defensiv-Anti
@Fuddler: Ja, das ist mal ne Logik
Aber wenn man ihn
aus dem Grund schleift, dass er am Ende 2,7g hat, kann man ihn auch gleich mit 2,7g herstellen und sich das stundenlange Schleifen sparen. Das die Gewichtsreduktion also
der Grund fürs Schleifen ist, leuchtet mir nicht ein. Höchstens ein
Nebeneffekt des Schleifens, den man vorher bei der Produktion beachten muss.
@Variatio: Ich hoffe ja sehr, dass du mit allem recht hast. Also was solls. Der Ball wird eh kommen und dann haben wir hoffentlich (fast) genauso viel Spin wie vorher.
Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 17:33
von Variatio
Defensiv-Anti hat geschrieben:@Fuddler: Ja, das ist mal ne Logik
Aber wenn man ihn
aus dem Grund schleift, dass er am Ende 2,7g hat, kann man ihn auch gleich mit 2,7g herstellen und sich das stundenlange Schleifen sparen. Das die Gewichtsreduktion also
der Grund fürs Schleifen ist, leuchtet mir nicht ein. Höchstens ein
Nebeneffekt des Schleifens, den man vorher bei der Produktion beachten muss.
Nee. Es ist VIIIIIEL einfacher, den Ball grundsaetzlich ein wenig schwerer zu produzieren, und ihm dann gleichmaessig Material abzunehmen - gerade auch, wenn von der Pressform Unregelmaessigkeiten (Nahtstelle, Staubeinschluesse, ...) vorhanden sind, als alle Baelle genau auf 2,7g zu produzieren, und von diesen 80% wegschmeissen zu muessen, weil die Fehler nicht korrigierbar sind.
Man weiss ja auch a priori nicht, wie viel man wegschleifen muss - bei einer groesseren Unregelmaessigkeit vielleicht 0.3g, bei einer kleineren 0.01g. Also produziert man so schwer, wie er erstens noch einfach zu reduzieren ist (also nicht zu schwer!), und zweitens der Ausschuss gering ist (nicht zu leicht!).
Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 17:37
von Fuddler
Danke, Johannes!
Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 17:38
von Cogito
@fuddler
Immer diese "Prototypen"-Hoffnung

.
Das Material und damit die Oberflächenbeschaffenheit und Reibung sowie das Elastizizätsverhalten wird zwingend anders sein müssen.*
Einzig der Durchmesser könnte wieder zurückgenommen werden. Aber wer glaubt denn - außer Fuddler

- sowas ?
* analog zu "Leben des Brian" schreibst du jetzt

hundert Mal: "Materialeigenschaften sind Materialeingeschaften sind Materialeigenschaften .... "
Re: Exzellenter Bericht zum Plastikball
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 17:42
von Fuddler
Cogito hat geschrieben:...
Ich bin Wissenschaftler und kenne die Ergebnisse (die mir egal sind) erst nachher. Das was ihr hier betreibt ist eher Theologie, aber immerhin mit einem definierten Endpunkt, der Einführung der neuen Bälle.